In den letzten Jahren ist ein markanter Wechsel in der öffentlichen Migrationsdebatte zu beobachten: Seit der Jahrtausendwende werden in Deutschland lebende MigrantInnen nicht mehr hauptsächlich über ihre Herkunftsländer bzw. Ethnien definiert, sondern es sind ihre religiösen Überzeugungen und Riten, die mehr und mehr im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen.
Doch ist diese Wahrnehmungsverschiebung gerechtfertigt? Welche Religionsgruppen wurden durch Migrationsprozesse in den letzten Jahrzehnte in Deutschland etabliert? Wie sehen die Zahlenverhältnisse aus? Wie wichtig ist Religion für die verschiedenen MigrantInnen-Gruppen? Welche Rolle spielt Religion im Alltag der ZuwanderInnen? Haben sich die religiösen Überzeugungen und Praktiken durch die Migration verändert? Und welchen Stellenwert hat Religion für die Integrationspolitik?
- Der Religionswissenschaftler Steffen Rink geht der Frage nach, welche Potenziale Religion für die Integration von MigrantInnen bereitstellen kann.
- Die Ethnologinnen Gertrud Hüwelmeier und Kristine Krause zeigen, wie MigrantInnen transnationale religiöse Netzwerke spannen und somit mit Mitgliedern ihrer Community über Landesgrenzen hinweg in Kontakt bleiben.
- Im Herbst 2007 wurde die Sinus-Sociovisions-Studie zu Migrantenmilieus veröffentlicht. Sie wurde von Carsten Wippermann betreut, der die ersten Ergebnisse vorstellt.