Es gehört zur multikulturellen Realität Deutschlands und anderer westeuropäischen Gesellschaften, dass MigrantInnen ein fester Bestandteil der Gesellschaft sind und einen enormen Beitrag für die Volkswirtschaft, soziale Stabilität und Kunst und Kultur leisten. Die jüngsten Debatten um Fragen der Integration von MigrantInnen – vor allem aber die Desintegration vorwiegend junger männlicher MigrantInnen – im Bildungswesen und auf dem Arbeitsmarkt, die weiterhin zur Alltagsrealität gehörenden Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund, aber auch Tendenzen von Radikalisierung und Islamisierung unter hier geborenen und aufgewachsenen jungen MigrantInnen verdeutlichen den Ausmaß der Herausforderungen und Probleme, mit denen die deutsche und andere europäische Gesellschaften konfrontiert sind und bleiben werden.
Daher muss die Integration als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachtet werden, die auch unter demokratischen, sozialen, ökonomischen und demographischen Gesichtspunkten prioritär zu behandeln ist. Es steht außer Frage, dass in Deutschland weiterhin ein grosser Nachholbedarf in Sachen Integrationsarbeit besteht. Selbst prominente Politiker der CDU fordern nun Integration zum „Thema Nummer eins“ zu machen. Dafür muss die Politik sicher die notwendigen rechtlichen und gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen (Integrationspolitik, Bildungspolitik, Gleichstellungspolitik, Anti-Diskriminierungsgesetz, etc.) schaffen. Doch die Integration muss auf allen gesellschaftlichen Ebenen und in den wesentlichen Bereichen wie Bildung, Arbeit, Politik, Wissenschaft, Kunst und Kultur etc. realisiert und als Gesellschaftsprojekt bewältigt werden. Positiv zu erwähnen ist in dem Zusammenhang die aktuelle Hamburger Initiative, bei der sich Politik und Wirtschaft zum Ziel gesetzt haben, junge MigrantInnen verstärkt in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Über solche medienwirksame Ankündigungen hinaus soll aber auch nicht übersehen, dass in Deutschland unbeachtet von der breiten Öffentlichkeit eine Reihe beispielhafte und erfolgreiche Integrationsarbeiten in mehreren Bereichen geleistet und umgesetzt werden.
Zielsetzung
In einer Veranstaltungsreihe - „Neue Allianzen für Integration“ - soll gemeinsam mit relevanten gesellschaftlichen AkteurInnen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst und Kultur über Integrationspraktiken, -modellen und Formen von Zusammenarbeit und Allianzen bei der Bewältigung der Integrationsarbeit diskutiert und angeregt werden.
Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe „Neue Allianzen für Integration“ steht die Frage nach der Partizipation von MigrantInnen und ihrer aktiven Einflussnahme in verschiedenen Bereichen: Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst & Kultur. Die Realität macht deutlich, dass ein Grossteil der Menschen mit Migrationshintergrund in zahlreichen Sphären des öffentlichen Lebens nicht aktiv teilnehmen, oft Exklusion erfahren und nur selten als EntscheidungsträgerInnen sichtbar sind.
Hier knüpft die Veranstaltungsreihe an und fragt nach Gründen für eine unzureichende Teilhabe der MigrantInnen an einer aktiven Gesellschaftsgestaltung. „Neue Allianzen für Integration“ versteht sich als Forum, um positive und gelungene Integrationsbeispiele aufzugreifen, „role models“ sichtbar zu machen und aber auch Probleme zu erkennen und neue Lösungsansätze zu erarbeiten. In diesem Rahmen finden vier thematische Veranstaltungen zu den einzelnen Themen statt: Politik, Wirtschaft, Wissenschaft sowie Kunst & Kultur, an denen die TeilnehmerInnen an einen runden Tisch zusammenkommen werden.