Konferenz, Donnerstag, 27. Oktober 2011,
Heinrich Böll Stiftung, Schumannstraße 8, Berlin-Mitte
Der 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei ist uns Anlass, die Geschichte der türkischen Einwanderung, ihren Beitrag in Gesellschaft und Kultur und das Erreichte zu würdigen. Zusammen mit Vertreter/innen aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Medien und Kunst & Kultur wollen wir aber auch über Herausforderungen und Probleme des Zusammenlebens in einer pluralistischen Demokratie nachdenken und über die Realitäten und Perspektiven der deutschen Einwanderungsgesellschaft diskutieren. Welche Lehren kann Deutschland aus seiner Geschichte als Einwanderungsland für die Zukunft ziehen? Welche Hindernisse stehen der breiten gesellschaftlichen und politischen Teilhabe im Wege? Wie schaffen wir es, Dynamik und Zusammenhalt zu vereinbaren?
Anmeldung bis zum 21.10 erforderlich.
Anmeldeformular
Über die ReferentInnen
Programm (Stand 27.9.11)
| 9.30 h |
Registrierung |
| 10.00 h |
Eröffnung Ralf Fücks, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
|
| 10.15 h |
Gekommen und Geblieben Gespräch mit Altun Atürk, Zeitzeugin Kazim Erdoğan, Psychologe Moderation: Cigdem Akyol, die tageszeitung, Berlin
|
| 11.00 h |
Zwischen Partizipation und Segregation - Der mühsame Weg zu sozialer und politischer Teilhabe Cem Özdemir, Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, Berlin
anschließend Gespräch mit
- Cem Özdemir, Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, Berlin
- Kenan Kolat, Bundesvorsitzender Türkische Gemeinde Deutschland
- Maria Böhmer, MdB, Beauftragte der Bunderegierung für Migration, Integration und Flüchtlinge
- Lale Akgün, Publizistin und Psychologin, Köln
Moderation: Ralf Fücks, Heinrich-Böll-Stiftung |
| 13.00 h |
Mittagessen |
| 14.00 h |
Lesung Birand Bingül: „Der Hodscha und die Piepenkötter“
|
| 14.30 h |
50 Jahre Migrationsgeschichte: Teilhabe und Erfolgswege
Storytelling mit Diashow
Angekommen in Arbeit und Wirtschaft Nihat Sorgec, Geschäftsführer Bildungswerk Kreuzberg
Angekommen in Politik und Zivilgesellschaft Filiz Polat, MdL Niedersachsen, Bündnis 90/Die Grünen
Angekommen in Bildung und Wissenschaft Prof. Osman Isfen, Ruhr-Universität Bochum
Angekommen in Kunst und Kultur Sinan Akkuş, Filmemacher und Regisseur
Moderation: Shelly Kupferberg, rbb Kulturradio, Berlin
|
|
16.00 h |
Pause |
| 16.30 h |
Weggegangen: Tschüss Deutschland - Merhaba Türkiye!
- Alev Karataş - telc GmbH, Istanbul
- Prof. Zehra Gülmüş, Anadolu Universität Eskişehir
Moderation: Mekonnen Mesghena, Heinrich-Böll-Stiftung |
| 17.15 h |
Vortrag Leben in der pluralen Einwanderungsgesellschaft Dr. Naika Foroutan, Humboldt-Universität Berlin
|
| 17.45 h |
Podiumsdiskussion Einwanderungsland Deutschland: Wie sichern wir den sozialen und politischen Zusammenhalt?
- Memet Kilic, MdB, Bündnis 90/ Die Grünen
- Dr. Naika Foroutan, Humboldt-Universität Berlin
- Mely Kiyak, Journalistin
- Alev Korun, Abgeordnete Nationalrat Wien, Grüne
Moderation: Dr. Michel Friedman, Autor und Journalist |
| 19.00 h |
Empfang mit Musik
|
Über die ReferentInnen
Dr. Lale Akgün
wurde 1953 in Istanbul geboren und kam mit 9 Jahren nach Deutschland. Nach dem Studium der Medizin und Psychologie arbeitete sie von 1981 bis 1997 im Bereich Jugendhilfe der Stadtverwaltung Köln. 1980 nahm sie die deutsche Staatsangehörigkeit an und trat 1982 in die SPD ein. 1987 promoviert sie an der Universität Köln. Von 1992 bis 1997 war sie stellvertretende Leiterin der Familienberatung. Parallel dazu machte sie eine psychotherapeutische Ausbildung. Von 1997 bis 2002 baute sie das „Landeszentrum für Zuwanderung“ (LzZ) auf und leitete selbiges. Von 2002 bis 2009 war sie direkt gewähltes Mitglied des Bundestages. Lale Akgün hat zahlreiche Artikel und Bücher zu den Themen Einwanderung, Integration und Interkulturalität veröffentlicht. Im Oktober diesen Jahres erscheint ihr neuestes Buch „Kebab Weihnacht“. Derzeit arbeitet sie in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen bei der Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien und leitet dort die Gruppe „Internationale Angelegenheiten und Eine-Welt-Politik“.
Sinan Akkuş
wurde 1970 in Erzican/Türkei geboren, 1973 siedelte er nach West-Deutschland über und lebt heute in Köln. Als 18 Jähriger steigt er ins Theatergeschäft ein und arbeitet seitdem als Regisseur und Schauspieler. Nach dem Abitur 1992 in Kassel studierte er zunächst Philosophie und Germanistik und wechselte dann zum Studiengang Visuelle Kommunikation. 1995 besuchte er als Austauschstudent in Kuba die „Escuela Internacional de Cine y Televisión“. 2000 schloss er sein Studium an der Hochschule für bildende Künste Kassel mit dem Schwerpunkt „Film und Fernsehen“ ab. 2009 kam mit „Evet, ich will!“ sein erster langer Spielfilm in die Kinos, bei dem er sowohl Regie führte, als auch das Drehbuch schrieb.
Altın Aktürk
lebt seit August 1970 in Berlin, ihr Mann und ihre Kinder kamen erst zwei Jahre später nach. In Istanbul hatte sie als Näherin gearbeitet, in Berlin dann zunächst in einer Textilfabrik und später als Stationsgehilfin in mehreren Krankenhäusern. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit hilft sie vielen Landsleuten mit Dolmetschen. Seit 2006 engagiert sie sich zudem in der Seniorenvertretung Neukölln.
Birand Bingül
wurde 1974 in Wickede-Wimbern im Kreis Soest (NRW) geboren. Im Alter von 17 Jahren begann er für eine Lokalzeitung zu schreiben. Seitdem arbeitete er für verschiedene Print- und elektronische Medien. An der Universität Dortmund hat er Journalistik und Amerikanistik studiert und war u.a. Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und der Bucerius Summer School. Von 1999 bis Ende 2004 moderierte er das Magazin Cosmo im WDR Funkhaus Europa und arbeitete darüber hinaus als Autor und Reporter im WDR-Hörfunk, als Autor für das ARD-Magazin Monitor, sowie als Inlandskorrespondent für die Tagesschau und Tagesthemen. Seit November 2010 ist er stellvertretender Unternehmenssprecher des Westdeutschen Rundfunks in Köln.
Maria Böhmer
ist seit November 2005 Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration. Sie studierte Mathematik, Physik, Politikwissenschaft und Pädagogik und wurde 1974 an der Universität Main zum Dr. phil. promoviert. 1982 folgte nach Forschungsaufenthalten in Cambridge und Augsburg die Habilitation in Pädagogik. Zwischen 1982 und 1990 war Maria Böhmer Landesfrauenbeauftragte in Rheinland-Pfalz, 1990 zog sie für die CDU in den Bundestag ein. Von 2000 bis 2005 war sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Fraktion. Seit 2001 ist sie Professorin an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und Bundesvorsitzende der Frauen-Union. 2004 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz. 2009 wurde sie im Amt als Staatsministerin bestätigt.
Kazım Erdoğan
wurde 1953 in Gökçeharman/Türkei geboren. Seit 1974 lebt er in Berlin, wo er an der Freien Universität Psychologie und Soziologie studierte. Von 1980 bis 1989 arbeitete er als Hauptschullehrer und ab 1989 bis 2003 als Schulpsychologe in Berlin-Schöneberg. Seit August 2003 ist er bei den Psychosozialen Diensten des Bezirksamtes Neukölln tätig. Neben seiner Tätigkeit beim Jugendamt leitet er viele ehrenamtliche Projekte u.a. die „Wochen der Sprache und des Lesens“, „Eltern in der Schule“, „Väter und Männer im Gespräch“ oder das Projekt „Gemeinsam Erleben, Zusammen Bewegen“. Er ist Gründer der „Initiative für ein noch besseres Neukölln“ und Vorstandsvorsitzender des Vereins Aufbruch Neukölln e.V. Für seine Verdienste wurde er mit dem „Band für Mut und Verständigung 2007“, dem „Deutschen Engagementpreis 2010“ und dem „taz Panterpreis 2011“ ausgezeichnet.
Naika Foroutan
studierte an der Universität zu Köln Politikwissenschaften, Romanistik und Islamwissenschaften. 2004 wurde sie bei Prof. Dr. Bassam Tibi an der Georg- August-Universität Göttingen promoviert, ihre Forschungsarbeit wurde mehrfach ausgezeichnet. Nach der Promotion arbeitete sie als Lehrbeauftragte für Politikwissenschaft an der Universität Göttingen und am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Seit 2009 forscht und lehrt sie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zu ihren Schwerpunkten gehören Migration und Integrationspolitik; Identität/ Hybridität/ Muslime in Deutschland, Transformationsmodelle islamischer Staaten, politischer Islam und Kulturdialog. Als Schumpeter-Fellow der Volkswagen-Stiftung leitet sie das Forschungsprojekt „HEYMAT_ Hybride europäisch-muslimische Identitätsmodelle“. Neben ihrer Tätigkeit als Wissenschaftlerin engagiert sie sich u.a. im Verein „DeutschPlus e.V.“ in Berlin.
Michel Friedman
geboren 1956 in Paris, ist Rechtsanwalt, Politiker, Kolumnist und Fernsehmoderator. Nach einem abgebrochenen Medizinstudium studierte Friedman Rechtswissenschaft und legte 1988 sein Staatsexamen ab. 1994 wurde er an der Universität Mainz zum Dr. iur. promoviert. Darauf folgte 2010 eine Promotion in Philosophie zum Thema „Willensfreiheit“. Er war lange Jahre Mitglied des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Frankfurt und Stadtverordneter ebendort. Von 2000 bis 2003 war er stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland und von 2001 bis 2003 Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses. Er hat zahlreiche Fernsehsendungen moderiert (derzeit Studio Friedmann bei N24) und wirkte als Herausgeber, so z.B. der „Jüdischen Allgemeinen“ und des „Politischen Buches“ in der Aufbau-Verlagsgruppe (seit 2003). 2001 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Ralf Fücks
ist seit 1996 Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung. Er ist verantwortlich für Strategie und Programmentwicklung in den Bereichen politische Bildung Inland, Europa und Nordamerika, für die Grüne Akademie, das Studienwerk der Heinrich-Böll-Stiftung sowie für das Archiv "Grünes Gedächtnis". Er studierte Sozialwissenschaften, Ökonomie und Geschichte, engagierte sich in der Studentenbewegung in Heidelberg und in Bremen und gehörte in den 70er Jahren zu einer ultralinken Gruppe. 1982 schloss er sich den Grünen an. 1985-1989 war er Mitglied der Bremischen Bürgerschaft, wo er von 1991 bis 1995 Senator in einer Ampelkoalition war. 1989 wurde er zum Sprecher des Bundesvorstandes der Grünen gewählt. Er ist Autor zahlreicher Beiträge für Zeitungen, Buchveröffentlichungen und politische Zeitschriften.
Dr. Zehra Gülmüş
Tochter der ersten Gastarbeiter-Generation, geboren 1966 in Darmstadt, hat Germanistik, Anglistik und Politologie an der Goethe-Universität in Frankfurt a.M. studiert und dort in Germanistik promoviert. Sie ist Assistenzprofessorin und Leiterin des Instituts für Übersetzen und Dolmetschen der Anadolu Universität (Eskişehir/Türkei), Leiterin des Forschungszentrums für Probleme der im Ausland lebenden türkischen Staatsbürger (YUTAM) an der Anadolu Universität und Vorsitzende des türkischen Germanistenverbandes GERDER. Sie ist Mitglied des Internationalen Ausschusses der Internationen Vereinigung für Germanistik (IVG). Ihre Forschungsgebiete sind das literarische Übersetzen, die interdisziplinär ausgerichtete textbezogene Übersetzungswissenschaft sowie Migrationswissenschaft mit Schwerpunkt sprachlich-kultureller Aspekte.
Osman Isfen
wurde 1977 in Istanbul geboren. Nach dem Besuch der Grundschule in der Türkei erfolgte der Umzug nach Deutschland, wo er in Bad Nauheim (Hessen) nach Förderstufe und Gymnasium das Abitur machte. Im Anschluss an den Zivildienst studierte er Jura in Gießen und wurde 2007 an der Ludwigs-Maximilians-Universität München promoviert. Von 2005 bis 2008 leistete er den Juristischen Vorbereitungsdienst am Landgerichtsbezirk Frankfurt a. M. ab und war danach Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Goethe-Universität ebendort. Seit August 2009 ist Osman Isfen Juniorprofessor für Straf- und Strafprozessrecht an der Ruhr-Universität Bochum.
Alev Karataş
wurde 1969 in Bruchsal/Baden geboren. Im Alter von 7 Jahren folgte der Umzug nach Istanbul, um dort mit der Tante und deren Familie zu leben. Sie besuchte die Grundschule in Istanbul und kehrte 1981 nach Deutschland zurück, wo sie in Heidelberg und Berlin Sozialwissenschaften studierte. Im Sommer 2003 zog sie erneut nach Istanbul. Heute arbeitet sie als Qualitätssicherungsmanagerin im Verbindungsbüro Türkei der telc GmbH und ist Mitglied des Istanbuler Rückkehrerstammtisches seit dessen Gründung.
Memet Kilic
ist Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Europarecht, internationales Privatrecht und Ausländerrecht. An den juristischen Fakultäten der Universitäten Ankara (Türkei) und Heidelberg studierte er Rechtswissenschaften. Während des Studiums war er lange Jahre als wissenschaftliche Hilfskraft am Europäischen Dokumentationszentrum des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg tätig. Seit 1998 ist er im Vorstand des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrates den er 1998 mitbegründete, von 2000 bis 2010 war er dessen Vorsitzender. Als erstes ausländisches Mitglied wurde Memet Kilic von 1998 bis 2008 in den Rundfunkrat des SWR berufen und zum stv. Mitglied des ARD-Programmbeirats gewählt. Im Jahre 2002 wurde er vom Bundesverteidigungsministerium als erstes ausländisches Mitglied in den „Beirat für Fragen der Inneren Führung der Bundeswehr“ berufen. Seit 2009 ist er Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Pforzheim und Enzkreis für Bündnis‘90/Die Grünen.
Mely Kiyak
lebt und arbeitet als Publizistin in Berlin. Ihre Essays, Analysen und Radiofeuilletons erscheinen unter anderem in der ZEIT, Welt, taz und Deutschlandradio Kultur. Sie ist politische Kolumnistin der Frankfurter Rundschau und der Berliner Zeitung. Mely Kiyak hat in zahlreichen Anthologien veröffentlicht und Sachbücher zum Thema Integration und Migration geschrieben, darunter: „10 für Deutschland. Gespräche mit türkeistämmigen Abgeordneten“ (Edition Körber-Stiftung 2007). Im September erschien von ihr "Ein Garten liegt verschwiegen. Von Nonnen und Beeten, Natur und Klausur“, das sie während eines Aufenthaltes in einem Benediktinerkloster in Fulda verfasste. Mely Kiyak wurde 2011 mit dem Theodor-Wolff Preis ausgezeichnet.
Alev Korun
wurde 1969 in Yenisehir/Türkei geboren und besuchte dort Volksschule. Sie lebt seit 1980 in Österreich studierte von 1988 bis 1992 Politikwissenschaften in Innsbruck und Wien. Zwischen 1993 bis 1999 war sie in der Rechts- und Sozialberatung für MigrantInnen tätig und anschließend bis 2005 Fachreferentin in der Grünen Parlamentsfraktion. 2005 war sie Mitglied des Wiener Gemeinderates und Abgeordnete im Wiener Landtag. Seit 2008 ist sie Abgeordnete im Österreichischen Nationalrat für die Partei der Grünen.
Shelly Kupferberg
wurde 1974 in Tel Aviv geboren und wuchs in West-Berlin auf. Bereits während des Studiums der Publizistik, Theater- und Musikwissenschaft an der Freien Universität Berlin arbeitete sie als Journalistin und Moderatorin beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk – vorwiegend für DeutschlandRadio, radiomultikulti und rbb-Fernsehen. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Kultur- und Gesellschaftsthemen sowie jüdische und israelische Kultur im Speziellen. Seit 1997 arbeitet sie regelmäßig im kuratorischen Bereich für die Jüdischen Kulturtage Berlin und organisiert ehrenamtlich bei „journalists. network“ Austauschprogramme für deutsche und israelische JournalistInnen.
Mekonnen Mesghena
leitet das Referat "Migration & Diversity" in der Heinrich-Böll-Stiftung. Zuvor war er zuständig für die medienpolitischen Aktivitäten der Heinrich-Böll-Stiftung. Er hat an der Universität Dortmund Journalistik und Geschichte studiert und ein Volontariat beim Westdeutschen Rundfunk in Köln absolviert. Er engagierte sich mehrere Jahre als Sprecher des "Dritte Welt Journalisten Netzes" und hat 1993 "Media Watch Germany" mitgegründet. Nach dem Ende des 30jährigen Unabhängigkeitskrieges in Eritrea 1991 beteiligte sich Mekonnen Mesghena an der Umstrukturierung des eritreischen Rundfunks und bot Trainings für Journalistinnen und Journalisten an. Im Jahr 2006 initiierte er die Architektur-Ausstellung "Asmara - Africa's Secret Modernist City".
Cem Özdemir
ist seit 2008 Bundesvorsitzender der Bündnis 90/Die Grünen. Als ausgebildeter Erzieher, schloss er 1994 sein Studium der Sozialpädagogik an der Evangelischen Fachhochschule für Sozialwesen in Reutlingen ab. 1994 wurde Özdemir als erster Abgeordneter türkischer Herkunft in den Bundestag gewählt, dem er bis 2002 angehörte. Zwischen 1998 und 2002 war er innenpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Im Jahr 2003 weilte er als „Transatlantic Fellow“ beim Think Tank „German Marshall Fund of the US“ in Washington und Brüssel. Von 2004 bis 2009 war Cem Özdemir Abgeordneter des Europäischen Parlaments und außenpolitischer Sprecher seiner Partei. Er ist Mitglied im Politischen Beirat des Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft und Gründungsmitglied des „European Council on Foreign Relations“. 2009 verlieh ihm die türkische Universität Tunceli die Ehrendoktorwürde für sein Engagement für eine Verständigung der Kulturen.
Filiz Polat
ist seit 20 Jahren politisch aktiv und seit 2004 Mitglied des Niedersächsischen Landtages für Bündnis 90/Die Grünen. 2002 hat sie ihr Studium der Volkswirtschaftslehre in Frankfurt am Main als "Diplom-Volkswirtin" abgeschlossen. Sie engagiert sich in der Entwicklungszusammenarbeit, der Flüchtlingshilfe und in MigrantInnen-Selbstorganisationen und unterstützt die Gedenkstättenarbeit in Niedersachsen. Im Netzwerk türkeistämmiger MandatsträgerInnen fördert sie parteiunabhängig, die politische Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund. Sie ist wohnhaft in Bramsche im Landkreis Osnabrück und dort von 1996 bis 2001 im Ortsrat und seit 2006 im Stadtrat aktiv. Seit 2011 ist sie auch Mitglied im Kreistag Osnabrücker Land.
Nihat Sorgeç
ist seit 1997 geschäftsführender Gesellschafter der BWK BildungsWerk in Kreuzberg GmbH. Geboren 1958 in Antakya/Türkei, lebt er seit 1972 in Deutschland. Nach dem Maschinenbau-Studium arbeitete er als Produktmanager und Vertriebsingenieur und seit 1987 in der Bildungsbranche. Von 2002 bis 2004 arbeitete er bei der Türkisch-Deutschen Unternehmervereinigung Berlin-Brandenburg (TDU) im Vorstand, von 2004 bis 2006 war Sorgeç Stellvertretender Vorsitzender der TDU. Seit 2005 ist er Vollversammlungsmitglied der IHK Berlin. Der Türkisch-Deutschen IHK stand Sorgeç bis Ende 2010 als Gründungs-Vizepräsident vor. Er ist Teilnehmer der Deutschen Islam Konferenz, 2008 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Im April 2010 wurde Nihat Sorgeç von Barack Obama zum „Presidential Summit on Entrepreneurship“,zur Verbesserung der Verständigung und der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und der muslimischen Welt eingeladen. Für seine Arbeit am BWK erhielt Sorgeç den Integrationspreis 2010 des Berliner Senats.