Die migrationspolititischen Projekte der Heinrich-Böll-Stiftung haben 2005/2006 folgende Schwerpunkte:
- Europäische Arbeitsmigration (Labour Migration)
- Einwanderung und Sicherheit (Immigration & Security)
Die Migrationsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland unterscheidet sich nicht wesentlich vom Rest Westeuropas. Die Einwanderung nach dem Zweiten Weltkrieg war begründet in dem großen Arbeitskräftebedarf der boomenden west- und nordeuropäischen Volkswirtschaften. Insgesamt wurden etwa 30 Millionen Arbeitsmigranten angeworben. Mit der Wirtschaftskrise der siebziger Jahre folgte ein Anwerbestopp. Seitdem findet Einwanderung in die meisten Staaten Europas hauptsächlich durch Familiennachzug und Asylanträge statt.
Westeuropa und Nordamerika können ihre Volkswirtschaften und ihre Lebensstandards ohne eine kontinuierliche und bestimmte Anzahl eingewanderter Fach- und Arbeitskräfte kaum aufrechterhalten. Und obwohl zahlreiche wissenschaftliche Studien und Ergebnisse gezeigt haben, dass die Arbeitsmigration eine unabwendbare Notwendigkeit ist, bleibt das Thema emotionsgeladen und wird für politische Zwecke instrumentalisiert.
Mit dem Auftreten extremer oder zumindest öffentlich sichtbarer Formen von politischer Religiosität - insbesondere des Islam - gerät Migrationspolitik unter Druck und wird unter Sicherheitsaspekten diskutiert und behandelt. Mit etwa 20 Millionen gehören EinwandererInnen mit muslimischem Hintergrund in westeuropäischen Staaten zu den größten Bevölkerungsgruppen.